Montag, 22. November 2010

Veranstaltungsreihe 24.11./01.12./08.12.2010: Die Kunst der Kritik - Marcel Broodthaers - Franz Erhard Walther - Gustav Metzger

Im Kunstraum München findet eine Veranstaltungsreihe zum Thema Kunstkritik statt: http://www.kunstraum-muenchen.de/index.php?id=27&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=784&tx_ttnews[backPid]=12&cHash=a455b08227

Die Ankündigung der Kuratorinnen:

#1 Mittwoch, 24.11.2010, 19 Uhr: Marcel Broodthaers – Vortrag von Dr. Dorothea Zwirner. - #2 Mittwoch, 01.12.2010, 20 Uhr: Franz Erhard Walther – Künstlergespräch. - #3 Mittwoch, 08.12.2010, 19 Uhr: Gustav Metzger – Gespräch zwischen den Kuratoren Dr. Justin Hoffmann + Dr. Luise Horn.

Die Institutionskritik erlebt ihre erste Welle als künstlerische Praxis in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren. Sie nimmt dabei verschiedene Formen, vom Kunstwerk, Manifest, bis zum (kunst)politischen Aktivismus an und problematisiert ihre Rahmenbedingungen. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht insbesondere ein kritischer Umgang mit dem Kunstbetrieb und dem Kunstmarkt. Die drei Künstler Gustav Metzger (*1926), Marcel Broodthaers (*1924, †1978) und Franz Erhard Walther (*1939), so unterschiedlich ihre Werke auch sein mögen, finden in ihrer Auseinandersetzung mit der Kritik an der Institution eine gemeinsame Schnittstelle.

Marcel Broodthaers – Das Werk des belgischen Künstlers Marcel Broodthaers beschäftigt sich mit Literatur und Politik. Es trägt Elemente der Pop-Art und der Konzeptkunst in sich. Dabei thematisiert Broodthaers den Museumsbetrieb, den Kunstmarkt und zeitgenössische Kunsttheorien. In Anlehnung an Magrittes „Ceci n’est pas une pipe“, behauptet er „Das ist ein Kunstwerk“ und gründet in seiner Infragestellung der gesellschaftlichen Rolle des Museums in seiner Wohnung ein „Museum für Moderne Kunst“.

Franz Erhard Walther – Der deutsche Künstler Franz Erhard Walther lädt den Betrachter zur konkreten Auseinandersetzung mit seiner Kunst ein: während er die Materialen vorgibt, ist es der Betrachter, der daraus das Werk kreiert. Dabei spielt der Künstler nicht nur mit seiner Autorschaft sondern wendet sich gegen das klassische Kunst- und Werkverständnis, das der Künstler das Werk produziert und dieses im Museum ausgestellt wird.

Gustav Metzger – Der staatenlose Künstler Gustav Metzger gilt durch seine Auseinandersetzung mit dem Destruktionspotenzial des 20. Jahrhunderts als Erfinder der auto-destruktiven und der auto-kreativen Kunst. In seinen Aktionen, Schriften und Manifesten wendet er sich deutlich gegen die Kommerzialisierung, durch seine Aufforderung zum „Art Strike“ und Weigerungen an Ausstellungen teilzunehmen kritisiert er den Markt und die Institutionen der Kunst.

Neben der institutionskritischen Arbeit können auch Ausstellungen im kunstraum muenchen als gemeinsamer Nenner zwischen den Künstlern gesehen werden. Metzger hatte hier unter anderem 1997 seine erste Einzelausstellung in Deutschland, Broodthaers wurde 1992 vom Kunstraum ausgestellt, 1976 und 1982 zeigte Walther hier sein „Diagramm zum ersten Werksatz“ und „40 Sockel. Schritte seitwärts“.

Im Zuge der Aufarbeitung der Geschichte des kunstraum muenchen soll nun aus heutiger Sicht ein erneuter Blick auf die Künstler und ihre Ausstellungen im kunstraum sowie ihre kritische Beschäftigung mit der Institution geworfen werden. Zu einem Vortrag, einem Künstlergespräch und einem Kuratorengespräch sind Dr. Dorothea Zwirner, Franz Erhardt Walther und Dr. Justin Hoffmann geladen.

Kuratiert von Lena Griesbeck und Mathilda Legemah.

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